Keine „dichte Beschreibung“ des balinesischen Hahnenkampfes

Während der drei Tage der Kremationszeremonie fanden auf dem Nachbargelände des Zeremonienplatzes immer wieder Hahnenkämpfe statt. Von ihnen habe ich aber weder Fotos gemacht, noch habe ich sie mir länger angesehen. Das blutige Spektakel stößt mich ab. Der Hahnenkampf ist den balinesischen Männern vorbehalten. Keine Frau in Sichtweite.

Der Großmeister der Ethnologie, Clifford Geertz, hat unter dem Titel „Deep Play“ den Essay über den balinesischen Hahnenkampf geschrieben, an dessen Beispiel angehende Kulturwissenschaftler*innen bis heute lernen sollen, was eine „dichte Beschreibung“ ist. Da lässt sich besser nachlesen, welche Bedeutungen (aus westlicher Perspektive!) diesem Ritual zugewiesen werden. Geertz geht so weit, einen berühmt gewordenen Vergleich zwischen balinesischem Hahnenkampf und „King Lear“ zu ziehen.

Ich empfehle Euch lieber einen Geertz-kritischen Text von Volker Gottowik, der versucht, die Perspektive von Balines*innen auf den Hahnenkampf mit einzubeziehen:

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