Geschmackspassagen. Die Küche auf Sri Lanka

Wir waren schon von der indonesischen Küche begeistert. In Ubud hatten wir einen Lieblings-Warung, wo das Essen einfach nur köstlich war. Warung heißt auf indonesisch Lädchen oder Büdchen. Man bezeichnet damit einfache Essensverkaufsstände, häufig auf Rädern, die eine feste Auswahl von Gerichten anbieten, die man sich nach Belieben zusammenstellen kann. Oft Mie Goreng (gebratene Nudeln mit Gemüse) oder Nasi Goreng (gebratener Reis), aber auch Satey-Spieße, in Tee gekochte Eier und leckere Currys-Gerichte. Nicht zu vergessen die Vielzahl von Sambals – scharfe Chilisaucen mit Tomaten oder Zwiebeln oder auch Mango. Köstlich und schrecklich, weil so unglaublich scharf, zugleich.

Dachte ich in Indonesien schon, ich sei im Essensparadies, so kannte ich die singhalesischen Currys noch nicht. Hier auf Sri Lanka wird noch häufiger mit Kokosnuss gekocht und die Gewürze schmecken noch ausgewogener, spannender zusammengestellt. Jeder Geschmacksnerv wird angesprochen. Die Schärfe des Chilis, die herbe Süße des Zimts, die bis ins Bittere reichende Würze der Curryblätter. Viel weich schmeckendes, entzündungshemmendes Curcuma. Ich liebe das.

Eine Meisterköchin haben wir in unserer kleinen Pension am Strand in Talalla gefunden, wo wir gerade sind. Nisansala ist die Besitzerin der Pension und eine wahre Chefköchin.

Gestern habe ich mit ihr zusammen gekocht.

Gelbe Bohnen-Curry, Linsen-Dhal und Thunfischcurry mit Kokos-Sambol

In jeweils eine eigene Kochschüssel geben wir

1 Handvoll gelbe lange Bohnen,
1 Handvoll orangefarbene Linsen,
3 Stücke Thunfisch.

Dazu kommen in jedes Schüsselchen jeweils

1 gehäufter EL Currypulver,

5 Curryblätter,

1 kleingeschnittene grüne Chilischote,

1 gehäufter EL Curcuma,

4 Knoblauchzehen,

1/2 Zwiebel,

1 TL Salz,

1 TL englischer Senf,

1 zerbrochene Zimtstange.

Alles in den Schüsseln vermischen.

Die Linsen und die gelben Bohnen mit 1 großen Tasse flüssiger Kokosmilch auffüllen und ca. 15 Minuten kochen lassen.

Für den Thunfisch kommt noch 1 Tomate dazu. Hier wird die Kokosmilch und der Senf erst später dazugegeben. Erst werden die Kräuter und Gewürze in Kokosfett angeröstet bis die ganze Küche duftet. Dann wird die Zwiebel und der Knoblauch hinzugegeben und der Fisch angebraten. Mit cremiger Kokosmilch ablöschen.

Kokos-Sambol

1 große Handvoll frischer Kokosraspeln werden wir in Deutschland kaum bekommen. Nisansala rümpft skeptisch die Nase, als ich ihr meine Idee unterbreite, getrocknete Kokosflocken zu nehmen und eine Nacht in Kokosmilch einzuweichen, aber schließlich stimmt sie schulterzuckend zu. Das könne ich zumindest versuchen, meint sie.

Wir raspeln die Kokosnuss mit einer eigens dafür hergestellten Maschine:

Zu den Kokosraspeln kommt 1 Teelöffel getrockneter roter Chilistückchen, der Saft von 1 Limette,
1 kleine Tomate, 1/2 Zwiebel, 1 Teelöffel gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 Teelöffel Salz.

Wieder alles miteinander vermatschen.

Dazu gibt es roten Reis.

Und einen erfrischenden Tomaten-Gurken-Ananas-Salat in kleinen Würfeln mit viel schwarzem Peffer, etwas Salz und etwas Obstessig.

Guten Appetit oder:
Oyaagae ahaara vaela rasavaindainana

So heißt das auf Singhalesisch. Puh.

PS.: Man kann das mit allen möglichen Gemüsesorten, Fisch, Hühnchen oder Fleisch kochen.

In unserem nächsten „Homestay“ übernachten wir bei Mali, die wir ins Herz geschlossen haben in ihrer ruhigen, aber bestimmten Art, ihrer lächelnden Trauer über den Tod ihres Mannes und ihrem Kichern über Chris‘ Scherze.

Mali ist ebenfalls eine ausgezeichnete Köchin.

Sie kocht die köstlichsten Currys in kleinen Tonschüsselchen auf einem Holzofen, den sie mit Kokosnussschalen befeuert.