„Nicht Dein wahres Haus“. Altern, Wandel und Vergänglichkeit aus buddhistischer Perspektive

Dass sich alles wandelt, ist eine der Grundmaximen des Buddhismus: Alles ist vergänglich. Alles altert. Auf Reisen in Thailand habe ich eine Woche im Sorn Thawee Meditationszentrum verbracht, um mehr über das Verständnis vom Alter(n), Körper und buddhistische Meditation in Thailand zu lernen. In diesem Blogbeitrag stelle ich ein paar Fundstücke und Eindrücke zusammen —…

PassAGEn üben: Geistesgegenwärtig Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen

Wie oft gehen, stehen, sitzen oder liegen wir und erkennen gar nicht, dass wir das gerade tun? Im Buddhismus beginnt Selbsterkenntnis jedoch genau an diesem Punkt: „Achte auf deinen Körper und Geist in allen Haltungen: Sitzen, Stehen, Gehen oder Liegen: Erkenne dich selbst„, empfahl Ajahn Chan (1918-1992), ein nicht nur in Thailand immer noch hochverehrter …

GeschichtspassAGEn: Von Göttern, Geistern, Helden und Dämonen. AYUTTHAYA, das Königreich Siam und Thailands Nationalepos „Ramakien“ — eine Radtour durch Geschichte und Mythen

Was in Europa die griechische Mythologie der Antike, die Ilias und die Odyssee mit ihren tapferen Helden, den klugen Frauen und oft nur allzu menschlichen Göttinnen und Göttern oder später die mittelhochdeutschen Epen wie das Nibelungenlied oder der Parzival, das ist in Thailand das Ramakien. Das thailändische Nationalepos stammt dabei eigentlich nicht aus Thailand, sondern…

Übergangshelferin: Thailändische Khao-Soi-Suppe

Bei passAGEn aller Art — und sei es der bevorstehende Übergang ins Neue Jahr — sind Suppen der beste Reiseproviant, den ich kenne: Kaum eine bessere Übergangshelferin als eine gute Suppe! Nach einem Teller Suppe sieht das Leben oft schon wieder ganz anders aus. Kein Wunder: Dass das alte Hausmittel Hühnersuppe heilende Kräfte hat, ist…

TextpassAGEn: Statt Weihnachtsgeschichte. Das Khatthana Kumara Jakata, eine buddhistische Erzählung über eine alte Frau, die den Bodhisattva wiedergebar

Die Khatthana Kumara Jakata-Geschichte ist als Wandmalerei im Wat Phumin, einem berühmten buddhistischen Tempel aus dem 16. Jh., abgebildet. Er steht in der wunderschönen kleinen Stadt Nan im Norden Thailands. Wie ein riesiges Wimmelbild erzählen die im 19. Jh. entstandenen Wandmalereien des Tai-Lue-Künstlers Noi Buaphan die Geschichte einer alten Witwe, die in Sri Saket lebte….

Oh „Wai“! Ageing trouble in Thailand

Wie unterschiedlich Alter kulturell konstruiert wird, erfahren wir gleich zu Beginn unserer Thailandreise beim Besuch des Nationalparks Khao Yai. „Wai“ nennt man in Thailand den ehrerbietenden Gruß, bei dem man die Hände vor der Brust zusammenlegt und den Kopf neigt. Hinter dem Gruß steht eine komplexe Praxis sozialer Unterscheidungen. Wir wollen höflich sein und begrüßen…

Pasáže in Prag

Pasáže lautet das tschechische Wort für Passagen. Biografische Übergänge sind umso schwerer zu bewältigen als eine Passage gern gleich die nächste nach sich zieht. Es gibt Lebensphasen, in denen sich Übergänge in ihrem Auf und Ab bündeln. Soll ich nach oben oder unten gehen, rechts oder links? „In der allergrößten Not, ist der Mittelweg der…

Von Fadenspielen, dem Wissen der Ältesten und Tragetaschengeschichten. „Mit-Sein“ auf der Biennale in Venedig

Gleich Fadenspielen ziehen sich Muster durch die von Cecilia Alemani kuratierte 59. KUNST-Biennale in Venedig. Fadenspiele gibt es in allen Kulturen. Sie werden von Kindern und Erwachsenen gespielt. Kunst und Spiel Der Multimedia-Künstler Francis Alÿs zeigt im Belgischen Pavillon nahe des Eingangs zu den Giardini in ethnografischen Kurzfilmen, wie Kinder auch unter schwierigsten Lebensumständen überall…

„Der Muse reichts“. Wut im Leib

Neulich bei einer Tagung schlängelte sie sich wieder einmal durch meinen Leib. Erst zaghaft von unten aus der Erde in die Füße, umwindet sie Waden, Beine, sammelt sich im Bauch. Dort wird sie heiß und fest, steigt höher zum Herzen. Das klopft schneller, treibt Blut durch meinen Körper. Im Hals wird es eng. Wut will…

Stadtpassagen: Paris — Kairo. Die Passage du Caire

PARIS, 23. April 2022 Ende 1798 wurde die Passage du Caire in Paris eröffnet. Sie ist die älteste und gleichzeitig längste glasüberdachte Passage von Paris. Walter Benjamin erinnert mich: „Vor dem Eingang der Passage ein Briefkasten: eine letzte Gelegenheit, der Welt, die man verläßt, ein Zeichen zu geben.“ (Benjamin, Passagen-Werk, S. 140) Ich werfe meine…